Kleine Häuser (12): Das Achteck für eine saubere Stadt

Metzer Straße / Ecke Schönhauser Allee, Berlin-Prenzlauer Berg, 2019

Am Beginn stehen das erwachende Schamgefühl und die wachsende Großstadt. Die Industriedesignerin Bettina Möllring schreibt in ihrer Dissertation über die Gestaltungsgeschichte von Toiletten: „Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde vor allem das Urinieren im öffentlichen Raum zunehmend als störend empfunden. Die Abneigung dagegen bezog sich weniger auf die Verschmutzung oder die daraus resultierende Geruchsbelästigung, sondern auf den Anblick der körperlichen Handlungen“ (Moellring 2004, S. 96). Die Männer waren das Problem, denn Frauen seien, so Moellring, damals darauf trainiert gewesen, in der Öffentlichkeit „allen körperlichen Regungen […] widerstehen zu können“ (ebd.). Dementsprechend seien lediglich „Beschwerden über urinierende Männer […] zahlreich“ gewesen.

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Kleine Häuser (2): Ein Pferdestall im Prenzlauer Berg

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Templiner Str. 19, Prenzlauer Berg, 2018

„Das letzte Jahrhundert der Pferde“ hat der Kulturhistoriker Ulrich Raulff das 19. Jahrhundert genannt. Der wohl letzte erhaltene Pferdestall im Prenzlauer Berg (Templiner Str. 19), laut Denkmalliste in den Jahren 1863/64 erbaut, ist ein sprechendes Zeugnis dieser Ära.

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