Kleine Häuser (11): Zwischen Marlene Dietrich und Hildegard Knef

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Leberstraße 44, Berlin-Schöneberg

Hätten sich Marlene Dietrich und Hildegard Knef nach der Schule zum Spielen verabreden wollen, so hätte sich diese Stelle als Treffpunkt angeboten, denn sie liegt genau zwischen den Häusern in der Leberstraße, in denen die beiden aufwuchsen. (Kleinliche Gemüter mögen einwenden, dass die erste gerade 24 Jahre alt geworden war als die zweite geboren wurde und beide nie gleichzeitig hier gelebt haben.) Bis 1937 hieß die Straße Sedanstraße, dann eine Zeit lang nach dem erschossenen SA-Mann Franz Kopp Franz-Kopp-Straße und ab 1947 nach dem Widerstandskämpfer Julius Leber Leberstraße.

Das kleine Haus Leberstraße 44, ehemals Sedanstraße 23, steht mitten in dem „Rote Insel“ oder auch „Schöneberger Insel“ genannten Viertel, das im Westen, Osten und Süden von Bahngleisen eingeschlossen ist. Die Straße wurde 1872 angelegt und deutschnational nach der damals gerade einmal zwei Jahre vergangenen Schlacht von Sedan benannt. Das Haus trug zunächst die Hausnummer 23.

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Es ist sicher eines der ersten in der neuen Straße gewesen. Die Stadthistorikerin Petra Zwaka schreibt, dass die Straße ab 1872 zunächst mit „Büdnerhäusern und drei- bis viergeschossigen Mietshäusern“ bebaut worden sei. Doch gehört das Haus in keine der beiden Kategorien, da es für ein Büdnerhaus zu groß ist, aber doch nur zweistöckig. 1874 erscheint es im Adressbuch als Eigentum des Schankwirts Neumann, zu einer Zeit, in der in der Straße hauptsächlich Baustellen ausgewiesen sind. Wohnhaft sind hier damals drei Parteien – der Schaffner Baumert, der Zimmermann Bormann und der „Assistent“ Klein, aus dem 1877 der „Mostrich-Fabrikant“ Klein wird. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts verändert sich die vorstädtische Sedanstraße in eine Großstadtstraße mit Arbeiterwohnungen, in der fünfstöckige Mietskasernen mit Hinterhäusern die kleinen Häuser der Anfangszeit ersetzen. Nur das Haus Sedanstraße 23 überlebt diesen zweiten Bauboom. So klebt es bis heute an der kahlen Brandwand seines Nachbarn. Auffällig ist, dass es etwas von der Straße zurückgesetzt ist, anders als die links angrenzenden Häuser. Die Sedanstraße sei in ihrer Kindheit ein „Berlin ohne Bäume“ gewesen, schrieb Hildegard Knef auf der ersten Seite ihrer Autobiographie „Der geschenkte Gaul“ aus dem Jahr 1970. Man kann es auf den Fotos gut sehen: In der zweiten Bebauungsphase war für Vorgärten mit Bäumen kein Platz mehr.

Der schöne Torschmuck zum Hinterhof stammt aus der Zeit nach 1945, als hier lange Zeit eine Klempnerei ihren Sitz hatte.

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Kleine Häuser (10): Der Großstädter träumt vom Land

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Berliner Allee 109, Berlin-Weißensee

Erbaut 1874. Erste Urbanisierungswelle im bisherigen Dorf Weißensee. Links und rechts stehen die Häuser späterer Wellen, die das Haus zum Häuschen haben werden lassen. Im Stil der Cottagearchitektur der 1860er- und 1870er-Jahre gehalten, steht es für ein Design, das damals der Flucht des Stadtbewohners aufs Land den ästhetischen Rahmen gab: Heute noch zu sehen an den Dachgauben mit ihren neugotischen Holzgiebeln, im damals populären Schweizerstil.

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Kleine Häuser (9): Sieht erst mal wieder halbwegs anständig aus

Wilmersdorfer Straße 104, Berlin-Charlottenburg

Das Vorderhaus wurde durch Bomben zerstört. Nur die Ladenzone wurde wieder hergerichtet. Die Reste der Kriegsruine wurden hinter einer provisorischen Sichtblende aus Holzbrettern versteckt. Ein Provisorium, wie es selbstverständlich zum Straßenbild der Wirtschaftswunderzeit gehörte. Nur erstaunlich, dass es heute noch vorhanden ist.

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Kleine Häuser (5): Una casa blanca in Datatopia

Berliner Allee 183, Berlin-Weißensee

„Die nach einer Kohlroulade aussehende Speise sollte mal ein Cordon bleu werden. Das Fleisch war so hart, dass man mit einem Messer kaum durchgekommen ist. Wahrscheinlich ein Fall fürs Gesundheitsamt! Der einzige Pluspunkt war, dass mir das Geld nach einem Anruf zurückerstattet wurde.“

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Kleine Häuser (3): Das andere Brecht-Haus

Berliner Allee 185, Berlin-Weißensee

„Eine Villa wie tausend andere in Berlin: unzerstört, nur etwas vernachlässigt in einem verlotterten Garten, geräumig, und wenn ich mich richtig erinnere, fast teppichlos. Ein schöner alter Schrank, ein paar Möbel bäuerlichen Stils […] Ich schlief in einer Dachkammer, ehedem Dienstmädchenzimmer …“, schreibt Max Frisch.

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